Arbeitsbedingungen für unsere Arbeiter in der Jeansproduktion

Arbeitsbedingungen für unsere Arbeiter in der Jeansproduktion

Mehr als 60 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Textil- und Bekleidungsbranche. Viele dieser Arbeiter sind gesundheitlichen und sozialen Risiken ausgesetzt. Aber es geht auch anders. Bei TORLAND schauen wir darauf, dass Standards bei der Arbeitssicherheit und bei Arbeitnehmerrechten eingehalten werden.

Anbau von Baumwolle

Der industrielle Anbau von Baumwolle belastet nicht nur die Umwelt, sondern gefährdet auch die Gesundheit von Feldarbeitern und Bevölkerung. Meist kommen große Mengen an Pestiziden und Herbiziden zum Einsatz, um die anfälligen Baumwoll-Monokulturen vor Schädlingen zu schützen und Unkraut zu beseitigen. Die Feldarbeiter sind oft nicht ausreichend gegen die gesundheitsgefährdenden Chemikalien geschützt. So ist das Auftreten schwerwiegender Erkrankungen der Haut, Augen, Atemwege oder des Nervensystems keine Seltenheit.1,2   

TORLAND verwendet für seine Jeans ausschließlich Baumwolle aus Bio-Anbau. Diese unterscheidet sich vom industriellen Anbau dadurch, dass nur biologische Mittel zur Düngung und Schädlingsbekämpfung erlaubt sind. Meist werden Mischkulturen angebaut, die weniger anfällig auf Schädlinge sind. Durch die Vermeidung von Chemikalien sind die Feldarbeiter weniger gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.14

Biobaumwolle wird meist von Kleinbauern angebaut, die sich die teuren Chemikalien und Erntemaschinen nicht leisten können. Sie ist deshalb auch aus sozialen Gründen der konventionell angebauten Baumwolle vorzuziehen.15 Unser Artikel Der Unterschied zwischen Biobaumwolle und konventioneller Baumwolle zählt viele weitere Vorteile des Bio-Anbaus auf.

Jeansherstellung

Ein Großteil der in Europa gekauften Jeans werden in China oder Bangladesch hergestellt.1 Bei einer täglichen Arbeitszeit von 12 bis 13 Stunden und einer 6-Tage Woche verdienen die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer meist nur Niedriglöhne, welche nicht ausreichen, um Unterkunft, Ernährung, Gesundheitsversorgung und Ausbildung der Kinder zu finanzieren1,3,4. Dies trifft leider oft auch auf die gesetzlich festgelegten Mindestlöhne zu. Zudem verdienen Frauen meist deutlich weniger als Männer. In Spitzenzeiten leisten die Näherinnen bis zu 16 Stunden an 7 Tagen pro Woche Akkordarbeit.1 Verstöße gegen örtliche oder internationale Arbeitsschutzbedingungen werden sehr milde bis kaum geahndet. Vor allem die Mitarbeiterinnen arbeiten nicht selten bis zur Erschöpfung und kollabieren in den schlecht belüfteten Fabriken.

Im Jahr 2013 erweckte der Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch großes Aufsehen. In den Trümmern starben mehr als 1100 Menschen, und mehr als 2000 wurden verletzt. Später wurde bekannt, dass dort mehrere westliche Textilkonzerne ihre Waren produzieren ließen. Dank der öffentlichen Aufmerksamkeit, die diese Katastrophe hervorrief, haben sich die Bedingungen in vielen Fabriken verbessert. Dennoch fehlen in vielen Textilstätten weiterhin Basisausstattungen wie Feueralarmsysteme.1

Bei TORLAND verzichten wir auf die Zusammenarbeit mit Produktionsstätten in Fernost. Unser Partnerbetrieb in Istanbul hält die in der Türkei streng geregelten Arbeitsschutzbedingungen ein und bezahlt faire Löhne. Wir besuchen regelmäßig unsere Produktionsstätten, um uns persönlich davon zu überzeugen.

Used Look – eine Besonderheit bei Jeans

Der Modetrend der letzten Jahre, Jeans im „used look“ zu tragen, führt zu weiteren Gefährdungen von Umwelt und Arbeitern. Neuwertige Jeans sollen durch Risse und ausgeblichene Farbe wie mehrfach getragen und strapaziert aussehen. Dieses Aussehen hat aber einen hohen Preis4,5. In fernöstlichen Ländern wie China oder Bangladesch werden die Jeans ohne Atemschutzmasken mit Sandstrahlgeräten abgewetzt.4 Die im Strahl enthaltenen quarzhaltigen Partikel gelangen in die Lunge und können dort schwere Silikose verursachen, eine unheilbare Erkrankung der Atemwege, welche zu Lungenkrebs und Tuberkulose führen kann6. In der Türkei wurde diese Arbeitspraktik in 2009 verboten.

Leider werden solche Verfahren in weniger kontrollierten Ländern wie Bangladesch, China oder Pakistan weiterhin eingesetzt.7,8Zudem werden dort oft hochgiftige Chemikalien zum Bleichen oder Färben der Textilien verwendet. Dabei setzen sich die Arbeiter einem hohen Gesundheitsrisiko aus.1

Aber es geht auch anders: Bei TORLAND verzichten wir auf gesundheitsgefährdende Verfahren. Wir setzen die Methode des Stonewashings ein, um unseren Jeans einen modernen Look zu verleihen. Dazu werden die Jeans zusammen mit Lavasteinen in speziellen Maschinen gewaschen. Da unsere Jeans keine gefährlichen Chemikalien enthalten, können auch keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe in das Abwasser gelangen.

Sozialleistungen

In vielen textilproduzierenden Ländern fehlen bis heute staatliche Arbeitsunfallversicherung9. Für die Arbeitnehmerinnen und -nehmer bedeutet eine Erkrankung nicht nur eine durch Arbeitsausfall verursachte finanzielle Einbuße sondern auch eine unerschwingliche Gesundheitsversorgung.

Meist sind diese Arbeiterinnen und Arbeiter schlecht über ihre Rechte informiert, so dass sie vom internationalen Menschenrecht auf Bildung einer Gewerkschaft keinen Gebrauch machen. Nicht selten wird die Formation von Gewerkschaften von Plantagen- oder Fabrikbesitzern aktiv unterbunden, um eine Stärkung der Arbeitnehmerschaft zu verhindern.1

Bei unserem Partnerbetrieb in Istanbul sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gesetzlichen Sozialversicherung unterstellt. Zudem ist die Gewerkschaftslandschaft in der Türkei durch eine große Anzahl an kleinen und mittelgroßen Gewerkschaften geprägt, die in Gewerkschaftsbünden organisiert sind. Derzeit existieren drei große Arbeitnehmer/innen-Gewerkschaftsbünde, die Mitglied im europäischen Gewerkschaftsbund European Trade Union Confederation (ETUC) sind.16

Zertifizierungen zur Verbesserung von Arbeitnehmer- und Umweltschutz

Um die Arbeitsbedingungen in der Textilbranche international zu verbessern, setzen sich verschiedene Institutionen für die Einhaltung von Richtlinien ein.

Solche Richtlinien werden beispielsweise durch die Business Social Compliance Initiative (BSCI) festgesetzt. Dieser Verhaltenskodex wurde durch die Foreign Trade Association begründet. Die festgelegten Standards sind branchenübergreifend und basieren unter anderem auf der Menschenrechtserklärung der UNO, den Konventionen der UNO über die Rechte von Kindern sowie über die Abschaffung jeglicher Form der Diskriminierung von Frauen. Durch regelmäßige Kontrollen sollen die Förderung und der Erhalt dieser Standard garantiert werden.10,11

Die nicht-gewinnorientierte Organisation Sedex (Supplier Ethical Data Exchange) regelt den  Informationsaustausch über solche Standards über eine gemeinsame Online-Plattform. In Audits überprüfte Leistungen in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit, Umwelt und ethische Geschäftspraktiken werden dort offengelegt, was einen gegenseitigen Wissensaustausch und somit eine höhere Transparenz über die Lieferkette ermöglicht.12,13

Unser Partnerbetrieb in Istanbul lässt sich regelmäßig über BSCI und Sedex zertifizieren. Damit setzt er sich für eine ethisch vertretbare und umweltbewusste Herstellung unserer Jeans ein. 

 Eindrücke von unserem Partnerbetrieb in Istanbul

 

1. Entwicklung der Schnittmuster

2. Der Schnittmeister

3. Zuschneiden des Stoffes

4. Entwickeln eines Musters

5. Mustervorlage

6. Produktionsraum

7. Knopflochmaschine

8. Ausbesserungsarbeiten

9. Stanzen der Nieten

10. Fixierung der Innenlabel

11. Qualitätskontrolle

12. Die fertige Jeans

 

Referenzen:

  1. https://www.bmz.de/de/themen/textilwirtschaft/hintergrund/index.html
  2. http://www.triplepundit.com/story/2016/forced-labor-continues-uzbek-turkmen-cotton-fields/57156
  3. https://uni.de/redaktion/schattenseite-der-jeans-massenproduktion-in-china
  4. https://www.tagblatt.ch/panorama/boese-jeans-gute-jeans-eins-der-schaedlichsten-produkte-was-hinter-der-herstellung-von-jeans-steckt-ld.931025
  5. https://www.transparency-one.com/de/how-ethical-denim-supply-chain/
  6. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-010l_S2k_Diagnostik-Begutachtung-Quarzstaublungenerkrankung-Silikose_2016-12.pdf
  7. https://cleanclothes.org/resources/national-cccs/fashion-victims-a-report-on-sandblasted-denim
  8. https://www.idg.se/polopoly_fs/1.484034.1355930464!stillfashionvictims.pdf
  9. https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/bangladesch-rana-plaza-arbeitsbedingungen-gewerkschaften-sicherheit-fuenf-jahre
  10. https://www.dqs.de/fileadmin/files/gmbh/documents/Event-Downloads/LM_300812/DQS_LM_300812_Wichtige_Standards.pdf
  11. https://www.amfori.org
  12. https://www.tuv.com/germany/de/sedex-audit-nach-smeta.html
  13. https://www.sedexglobal.com/about-us/what-is-sedex/
  14. https://sleepsherpa.com/organic-cotton-vs-regular-cotton-whats-difference/
  15. http://aboutorganiccotton.org/organic-farming-system/
  16. https://library.fes.de/pdf-files/id-moe/10119.pdf

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